Bezirkssynode beschäftigte sich mit Strategieprozess
„Lichtblicke“ stand in großen Buchstaben auf der Schul-Pinwand direkt hinter dem Rednerpult bei der Bezirkssynode des Evangelischen Kirchenbezirks Bretten-Bruchsal. Die Synode tagte in der Brettener Max-Planck-Realschule. Das Pult war genau am richtigen Platz aufgestellt, das wurde im Laufe des Abends deutlich.
Dekanin Ulrike Trautz und der Vorsitzende der Bezirkssynode, Axel Wermke, erläuterten den Strategieprozess der Landeskirche und dessen Umsetzung im Kirchenbezirk Bretten-Bruchsal.
Die Bezirkssynode des Evangelischen Kirchenbezirks Bretten-Bruchsal tagte in der Brettener Max-Planck-Realschule.
Hauptthema der Herbst-Sitzung war der Strategieprozess der badischen Landeskirche und dessen Umsetzung im Kirchenbezirk Bretten-Bruchsal. Axel Wermke, der Vorsitzende der Bezirkssynode, schilderte zunächst die dunkle Ausgangslage: Kirchenmitgliederzahlen sinken, Einnahmen werden weniger, theologischer Nachwuchs fehlt. Folglich können Gemeindehäuser und Kirchen nicht mehr wie bisher finanziert werden, nicht mehr alle Pfarrstellen können besetzt werden.
Die Landeskirche stellte ihre 24 Kirchenbezirke in Baden vor die Aufgabe, mit diesen Herausforderungen umzugehen. Mit verbindlichen Vorgaben gab das oberste Leitungsgremium 2021 den Startschuss für einen umfassenden Veränderungsprozess: Personalstellen sollen bis 2035 schrittweise um insgesamt 30 Prozent reduziert werden. Es sollen "Kooperationsräume" gebildet werden, in denen Gemeinden dauerhaft zusammenarbeiten. Zudem sollen die Bezirke ein Raster erstellen für die Verteilung landeskirchlicher Zuschüsse für Kirchen und Gemeindehäuser, die sogenannte "Gebäudeampel". Als erstes Etappenziel soll bis Ende dieses Jahres ein Konzept für die Umsetzung vorliegen. „Das war eine große Zumutung für die Kirchenbezirke“, gab Oberkirchenrat Matthias Kreplin unumwunden zu. Aber man sei überzeugt: „Die beste Kompetenz liegt in diesem Fall gerade nicht auf der Ebene der Landeskirche.“
„Jesus Christus bleibt, auch wenn sich sonst alles verändert“, sagte Dekanin Ulrike Trautz und erinnerte an den Grund für alle Bemühungen im Strategieprozess: „Es ist unser Auftrag, auf Jesus hinzuweisen mit dem, was wir sagen und tun." Die entscheidende Frage sei deshalb: "Wie gestalten wir kirchliche Strukturen so, dass sie uns für unseren Auftrag unterstützen?"
In der Bezirksleitung beschäftigte man sich zunächst mit angemessenen Kriterien für die Umsetzung der landeskirchlichen Vorgaben in Bretten-Bruchsal. Dazu erläuterte Bezirkskirchenrat Roland Schölch: „Da es in Zukunft nicht mehr in jeder Gemeinde alles geben kann, haben wir darauf geachtet, dass weiterhin in jeder Region alles vorhanden und erreichbar ist – ein großer Raum für Veranstaltungen beispielsweise.“ Pfarrerinnen, Pfarrer, Diakoninnen und Diakone sollen künftig mit ihren Gaben Schwerpunkte in der Region setzen und sich auf diese Weise auch gegenseitig entlasten. Die fünf Regionen im Bezirk werden dadurch zu Kooperationsräumen.
Für die konkrete Umsetzung arbeiteten ehren- und hauptamtliche Delegierte der Kirchengemeinden zwei Jahre lang intensiv zusammen und suchten maßgeschneiderte Lösungen für die eigene Region. Bei der Zusammenschau in der Bezirkssynode wurde deutlich: Die Ergebnisse sind so unterschiedlich wie die Regionen selbst. So wurde die Region Bretten mit dem Zusammenschluss von zehn Kirchengemeinden zu einem Gemeindeverband bereits im April 2022 sogar zum Pilotprojekt in der Landeskirche. In Kraichtal gibt es seit wenigen Monaten ein zentrales Pfarramt in Münzesheim. Kaum machbar sei das in der Region Rhein bis Kraichgau. Dort arrangiere man sich mit weiten Wegen und mit der Autobahn als Trennlinie in der Mitte. Von bereits jahrelangen guten Erfahrungen mit regional organisierter Arbeit mit Kindern und Jugendlichen berichteten die Delegierten der Region Südlicher Kraichgau. In der Region Bruchsal trage das wöchentliche Online-Treffen der Hauptamtlichen zum Zusammenwachsen der Gemeinden bei.
Lauter Lichtblicke, die die Bezirkssynode dann auch zustimmend zur Kenntnis nahm. Das Gesamtkonzept wird nun dem Bezirkskirchenrat zum Beschluss vorgelegt. Das erste Etappenziel im Strategieprozess ist erreicht.