„Frieden“ aus Sicht der Kirchen

- 11.06.2026 - 

Ökumenischer Konvent in Bretten

Was bedeutet „Frieden“ – und was verbinden die beiden großen christlichen Kirchen mit dem Thema? Der Friedensbegriff stand im Zentrum der ökumenischen Konferenz der evangelischen und der katholischen Kirchen in der Region Bruchsal und Bretten.

Einmal im Jahr treffen sich die hauptberuflich pastoral Mitarbeitenden der katholischen Pfarrei Hl. Edith Stein und des evangelischen Kirchenbezirks Bretten-Bruchsal.
Beim Empfang im Melanchthonhaus erinnerte der evangelische Pfarrer Ralf Bönninger an den Humanisten Philipp Melanchthon und seine Bedeutung.
Die Teilnehmenden diskutierten über verschiedene Facetten rund um das Thema Frieden im Blick auf die Pastoral.
Die beiden evangelischen Pfarrer Andreas Riehm-Strammer (Philippsburg) und Ralf Bönninger (Bretten), der katholische Priester Wolfgang Streicher (Bretten) sowie der evangelische Diakon Stefan Maaß (Waghäusel) beleuchteten in verschiedenen Impulsen und Anregungen das Thema „Frieden“ aus jeweils unterschiedlichen, konfessionell gefärbten Perspektiven (von links).
Einmal im Jahr treffen sich die hauptberuflich pastoral Mitarbeitenden der katholischen Pfarrei Hl. Edith Stein und des evangelischen Kirchenbezirks Bretten-Bruchsal zu einer gemeinsamen Konferenz. Dieses Mal in Bretten. Beim Empfang im Melanchthonhaus am Brettener Marktplatz erinnerte der evangelische Pfarrer Ralf Bönninger zunächst an das Brettener Kind, den Humanisten Philipp Melanchthon und seine Bedeutung. Als Vorsitzender des Melanchthon-Vereins erläuterte Bönninger anhand der großen Wandgemälde in der Gedächtnishalle des Museums den Einfluss des Theologen und Reformators.
Im Anschluss daran tauschten sich die Seelsorgerinnen und Seelsorger beider Konfessionen über die Kirchenentwicklung aus; ein Thema das beide Kirchen gleichermaßen umtreibt. Sowohl in der Pfarrei wie auch im Kirchenbezirk wird derzeit vieles Neues organisiert; neue Strukturen werden erarbeitet.
Der Schwerpunkt der Konferenz lag aber auf einem anderen tagesaktuellen Thema: dem Frieden. Die beiden evangelischen Pfarrer Andreas Riehm-Strammer (Philippsburg) und Ralf Bönninger (Bretten), der katholische Priester Wolfgang Streicher (Bretten) sowie der evangelische Diakon Stefan Maaß (Waghäusel) beleuchteten in verschiedenen Impulsen und Anregungen das Thema „Frieden“ aus jeweils unterschiedlichen, konfessionell gefärbten Perspektiven. So habe sich Papst Leo XIV. zum Beispiel in seiner ersten Enzyklika „Magnifica humanitas“ vom Mai 2026 mit den Herausforderungen für die Menschheit beschäftigt und dabei – fast nebenbei – die alte Theorie des „Gerechten Krieges“ verabschiedet. Er habe ein konkretes Programm für eine Friedenskultur entworfen, die auf unter anderem auf Dialog und Gerechtigkeit für alle Menschen basiere, wie Wolfgang Streicher ausführte.
Pfarrer Ralf Bönniger stellte die Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche vor. Sie betone, dass Frieden mehr sei als die Abwesenheit von Krieg. Frieden brauche Gerechtigkeit, Freiheit, Sicherheit und den respektvollen Umgang mit Vielfalt. Es gebe insofern große Schnittmengen zu den katholischen Gedanken.  
In Arbeitsgruppen diskutierten die Konferenz-Teilnehmenden anschließend verschiedene Facetten rund um das Thema Frieden im Blick auf die Pastoral. So zum Beispiel die Rolle einer gewaltfreien Kommunikation als Basis für ein gutes Zusammenleben. Am Ende der Konferenz schlug Dekanin Ulrike Trautz nochmals den Bogen der ökumenischen Zusammenkunft an sich zum Hauptthema des Tages: „Ein Beitrag zum Frieden ist auch das gute Miteinander der beiden Kirchen.“
 
Pressemitteilung der katholischen Pfarrei Hl. Edith Stein vom 11. Juni 2026