"Wo Menschen nicht mehr mahnen können, mahnen Steine"
Podiumsgespräch zum Europäischen Tag der jüdischen Kultur

Termin
So. 06.09.2026, 19:00 Uhr
Gemeinsam erinnern sich Bruchsals Oberbürgermeister a.D. Bernd Doll und Prof. Dr. Johannes Ehmann im Gespräch mit dem Journalisten Dr. Alexander Lang aus der Distanz von fast vier Jahrzehnten an ein Ereignis in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1988, dem fünfzigsten Jahrestag der Zerstörung der deutschen Synagogen in der Pogromnacht von 1938.
Beschreibung
Mit einem ursprünglich vom alten jüdischen Friedhof in Obergrombach stammenden Grabstein wurde damals die Tür zum Rathaus in Bruchsal blockiert. Der Stein war ein Fund aus einem Hohlweg, in dem Handlanger des NS-Regimes im Jahr 1939 rund 850 jüdische Grabdenkmale verbaut hatten.
Ehmann, ein Bruchsaler Pfarrersohn, war Urheber der anonymen Aktion; erst 2024 bekannte sich der Heidelberger Kirchenhistoriker und frühere Mannheimer Studentenpfarrer dazu. Doll als damaliger Bruchsaler Oberbürgermeister war sich der Bedeutung dieser Funde augenblicklich bewusst, sorgte in enger Abstimmung mit der Israelitischen Religionsgemeinschaft in Baden für die Rückführung der Steine und für die würdige Wiederherstellung des Friedhofes, auf dem 1995 auch ein Mahnmal für die jüdischen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft errichtet wurde.
Ehmann, ein Bruchsaler Pfarrersohn, war Urheber der anonymen Aktion; erst 2024 bekannte sich der Heidelberger Kirchenhistoriker und frühere Mannheimer Studentenpfarrer dazu. Doll als damaliger Bruchsaler Oberbürgermeister war sich der Bedeutung dieser Funde augenblicklich bewusst, sorgte in enger Abstimmung mit der Israelitischen Religionsgemeinschaft in Baden für die Rückführung der Steine und für die würdige Wiederherstellung des Friedhofes, auf dem 1995 auch ein Mahnmal für die jüdischen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft errichtet wurde.
Information
Die Podiumsdiskussion unter dem Titel „Wo Menschen nicht mehr mahnen können, mahnen Steine“ am Sonntag, 6. September, beginnt um 19 Uhr im Vinzenziussaal der Seelsorgeeinheit Bruchsal St. Vinzenz
(Josef-Kunz-Straße 4) - wegen Sanierungsarbeiten NICHT im Sitzungssaal des Rathauses.
Gemeinsame Veranstalter sind die Kommission für Stadtgeschichte und die Stadt Bruchsal. Der Eintritt zu dieser öffentlichen Veranstaltung ist frei, eine Anmeldung aus Kapazitätsgründen erforderlich an E-Mail: kultur@bruchsal.de oder telefonisch an 07251 / 79-531 oder 79-183.
Zum Bild (Alexander Lang): Der Kirchenhistoriker Johannes Ehmann war 1988 Urheber einer damals vieldiskutierten Aktion, die zur Rückführung hunderter Grabsteine auf den jüdischen Friedhof am Eichelberg Anlass gab.
Pressemitteilung der Stadt Bruchsal vom 25. August 2026
Veranstaltungsort
Vinzenziussaal
Veranstalter
Stadt Bruchsal