Was macht man als Bezirksjugendreferent?
Daniel de Jong / Stefan Maaß: Allgemein gesagt: Wir sind Ansprechpersonen für Kinder- und Jugendarbeit im Kirchenbezirk.
Wir beide sind Diakone und kennen die Arbeit an der Basis gut. Als Jugendreferenten treten wir einen Schritt zurück und sind für die Mitarbeitenden da. Wir haben auch die Strukturen im Hintergrund im Blick.
Wir bieten Schulungen und Workshops für Mitarbeitende in Kinder- und Jugendarbeit an und organisieren Aktionen wie den Konfi-Cup. Unser Motto bei alledem sind immer die drei Ws: Wahrnehmen – Weiterbilden – Wertschätzen.
Einmal im Jahr sind alle Mitarbeitenden zur Bezirksjugendsynode eingeladen. Das ist für die Ehrenamtlichen eine wichtige Möglichkeit zum Austausch und zur aktiven Beteiligung. Wir möchten gerne, dass alle ihre Ideen einbringen und dass wir im Bezirk gemeinsam vorankommen. Partizipation ist gerade in der Jugendarbeit sehr wichtig. Deshalb sind wir auch bei diversen kirchlichen und auch kommunalen Gremien, beispielsweise dem Kreisjugendring, dabei.
Wir unterstützen außerdem die Gemeinden, wenn es um Zuschüsse für Freizeiten oder Veranstaltungen geht.
Und zudem sind wir für den Materialverleih des Kinder- und Jugendwerks zuständig: Hüpfburg, Rollenrutsche, Riesen-Vier-gewinnt und mehr kann man bei uns ausleihen – zum Beispiel für das nächste Gemeindefest.
Wo liegen eure persönlichen Schwerpunkte?
Daniel: Ich möchte Kinder und Jugendliche dazu befähigen, dass sie sich mit ihren Gaben und Fähigkeiten einbringen können und in Verantwortung hineinwachsen. Dafür schlägt mein Herz. Wenn man Jugendlichen und Kindern auf Augenhöhe begegnet, ist das eine Bereicherung für alle. Deshalb liegt mein Schwerpunkt auch auf Schulungen. Bei der EiS- (EinSteiger) für 13- bis 15-Jährige und der Juleica- (Jugendleitercard) ab 16 Jahre, bekommen Jugendliche das Handwerkszeug und bei der Alle-Achtung-Schulung wird die Sensibilität mit Blick auf sexualisierte Gewalt und ein respektvoller Umgang miteinander gestärkt.
Bezirkliche Events, wie Jugendgottesdienste, Kinder- und Jugendkonzerte oder Kindertage sind in Planung und werden in Absprache und Zusammenarbeit mit den Regionen stattfinden. Um den Bezug zur Basis nicht zu verlieren, helfe ich zudem in den Regionen mit. Derzeit unterstütze ich die Konfi-Arbeit im Südlichen Kraichgau und in Kraichtal.
Mit den restlichen 20 Prozent meiner Stelle bin ich weiterhin im Religionsunterricht.
Stefan: Mein Schwerpunkt liegt auf der Friedensarbeit. Ich bin seit 2007 in der landeskirchlichen Friedensarbeit tätig. Inzwischen nur noch mit einem kleineren Stellenanteil mit Friedensbildung in Schulen. Mit einer halben Stelle arbeite ich außerdem als Diakon in Philippsburg und Waghäusel.
Ich arbeite sowohl mit Kindern als auch mit Jugendlichen zusammen und freue mich, wenn ich ihre Ideen unterstützen und mit ihnen etwas Neues entwickeln kann.
Wie prägen eure eigenen Erfahrungen als Kinder und Jugendliche eure Arbeit?
Daniel: Ich bin als Missionarskind in Kenia in Ostafrika groß geworden. Wir gingen als Familie viele Jahre in eine anglikanische Gemeinde, in der Kinder im Gottesdienst im Mittelpunkt standen. Ab und an gab es eine Predigt speziell für die Erwachsen, die dazu während der Kinderpredigt die Kirche verließen. Dass Kinder so im Fokus standen, hat mich sehr geprägt. Im Konfi-Alter begann ich, mich in der deutschen Auslandsgemeinde in der Jungschar zu engagieren und später dann im Jugendkreis. Nach dem Abi, mit 19, bin ich nach Deutschland gekommen und habe mich in Gochsheim niedergelassen. Seitdem ist meine kirchliche Heimat also hier im Kirchenbezirk. Während meiner Ausbildung am Theologischen Seminar Adelshofen und meiner ersten Stelle in Neuenburg am Rhein im Kirchenbezirk Breisgau-Hochschwarzwald war ich zeitweise in anderen Regionen tätig, bevor ich wieder hierher zurückgekehrt bin. Zuerst als Diakon in der Kinder- und Jugendarbeit und anschließend in der Familien- und Konfi-Arbeit in den Kirchengemeinden Heidelsheim und Helmsheim.
Stefan: Bei mir hat der Jugendkreis erst nach dem Konfi angefangen. Davor gab es einfach nichts. Ich bin dann schnell zum Jugendkreisleiter geworden. Als ich später Soziale Arbeit studiert habe, hat mir das geholfen: Ich hatte bereits praktische pädagogische Erfahrungen gesammelt, die andere nicht hatten. Nach dem Studium habe ich beim Kinderschutzbund gearbeitet. In dieser Zeit wurde mir klar: Kirche hat mehr zu bieten, Glaubensfragen spielen eine wichtige Rolle. Ich hätte mir für manche Kinder evangelische Jugendarbeit gewünscht, so wie ich sie in meiner Jugendzeit hatte.
Wie erreicht man euch und wo findet man Informationen zu euren Angeboten?
Daniel / Stefan: Derzeit erreicht man uns am besten über unsere Homepage
www.jugendwerk-brettenbruchsal.de. Dort findet man unsere Kontaktdaten und wofür jeder von uns zuständig ist. Außerdem füllt sich die Seite langsam mit Terminen, Verleihmaterial und manchem mehr.
Wer Ideen und Anregungen für uns hat, kann sich gerne persönlich bei uns melden oder uns bei Begegnungen ansprechen. Wir nehmen Anregungen gerne auf und wo wir können, unterstützen wir euch gerne in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.
Das Gespräch führte Martina Schäufele, Bezirksöffentlichkeitsbeauftragte
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